Page 331 - Werkstoffwelt
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Vakuumhärten
Dieses Verfahren wird häufig dann angewandt, wenn bei den Werkstücken eine hohe Oberflächenqualität gefordert wird. Durch das Fehlen von
Sauerstoff bleibt die Oberfläche blank. Nach dem Austenitisieren in Vakuum wird unter starkem Druck Stickstoff durch die Charge geblasen und
durch Kühlkanäle wieder zurückgeführt. In dieser Weise können abkühlkritische Stahlsorten in der Vakuumretorte selbst gehärtet werden. Man
kann auch nach dem Erhitzen im Vakuum die Aktivgase hinzuführen, die man zum Aufkohlen oder Nitrieren braucht.
Schutzgashärten
In Spezialöfen mit hitzebeständigen Retorten wird ein Schutzgas eingebracht, das sich neutral gegenüber dem Stahl verhält und somit die Ober-
fläche vor Anfressungen und Verzunderung schützt. Hier können genauso Gase eingeführt werden, die man zum Aufkohlen oder Nitrieren braucht.
Wirbelbett Öfen
Diese Öfen sind, was die Wärmeübertragung betrifft, mit Salzbadöfen vergleichbar, jedoch wird hier das Medium Aluminium-Oxidpulver eingesetzt,
das durch viele kleine Bohrungen im Boden der Retorte mit Luft durchströmt wird. Das auf die erforderliche Temperatur erhitzte Aluminium-Oxid-
pulver gerät in schnelle Bewegungen und durchflutet somit das gesamte Werkstück. Bei diesem Verfahren entfällt das Abspülen von Salzrückstän-
den. Hier können auch Gase durchgeführt werden, die man zum Aufkohlen oder Carbonitrieren braucht.
Borieren
Dieser thermochemische Prozess ist mit dem Aufkohlen in Kästen verwandt, indem mit 900° C in Borid abgebenden Mitteln geglüht wird. Hierbei
entstehen sehr harte Oberflächenschichten mit einer Tiefe bis zu 0,1 mm. Angewandt wird dieses Verfahren bei un- und schwach legierten Stahl-
sorten.
Altern
Um träge Änderungen in der Feinstruktur zu vermeiden, wird der gehärtete Stahl lange Zeit (50-100 Stunden) auf eine Temperatur von ca. 120° C
gehalten – mit zwischenzeitlicher Abkühlung in kaltem Wasser.
Flammenhärten
Hierbei wird die Stahloberfläche mit einem Brenner schnell auf die Härtetemperatur gebracht. Danach erfolgt ein Abschrecken mit kräftigen Brau-
sen. Die Härtetiefe liegt hierbei zwischen 2 und 10 mm. Der behandelte Stahl sollte genügend Kohlenstoff enthalten. Der Vorteil bei diesem Verfah-
ren liegt unter anderem darin, dass ein Werkstück auch partiell gehärtet werden kann.
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