Page 349 - Werkstoffwelt
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Federstahl / Federbandstahl
       Federstähle müssen elastisch und dauerschwingfest sein und außerdem eine hohe Festigkeit besitzen. Federstähle, die im allgemeinen Maschinen-
       und Fahrzeugbau verwendet werden, sind unlegierte Qualitätsstähle, wie z.B. C75, unlegierte Edelstähle, wie z.B. Ck75 und legierte Edelstähle, wie
       z.B. 55 Si 7. Federbandstahl ist im Prinzip Federstahl in Blechform, der für vielerlei Zwecke eingesetzt wird.
       Mangan – Hartstahl

       Wird vor allem in den Bereichen eingesetzt, wo mit extremem Verschleiß bei trockener Gleitreibung zu rechnen ist und bei Schlagbeanspruchung
       (z.B. Zähne f. Baggerschaufeln, Asphalthobel, Schrottmühlen, Recyclinganlagen, Shredder usw.). Eine der wesentlichen Eigenschaften dieses Werkstoffs ist
       die Neigung zur Verfestigung bei Kaltverformung, daher ist er auch schwer zu verarbeiten.
       Wälzlagerstahl

       Wälzlagerstähle (z.B. 100 Cr 6) sind Stähle für Teile von z.B. Wälzlagern, die im Betrieb vor allem örtlichen Wechselbeanspruchungen und
       Verschleißwirkungen unterliegen. Sie weisen im Gebrauchszustand – zumindest in der Randzone – ein Härtungsgefüge auf.

       Rost- und säurebeständige Stähle
       Rost- und säurebeständige Stähle wie z. B. X6CrNiMoTi17 (1.4571) sind korrosionsbeständig gegenüber Luftfeuchtigkeit, Wasser und Seewasser
       und den meisten Säuren und Laugen. Landläufig haben sich für Stähle dieser Art auch Bezeichnungen wie NIRO, NIROSTA oder auch V2A und
       V4A etabliert. Der überwiegende Teil dieser Stähle ist gesundheitlich unbedenklich und wird deshalb auch vorzugsweise im Medizinischen- und
       Nahrungsmittelbereich eingesetzt, aber auch in der chemischen Industrie, im Schiffsbau, in der Petrochemie, im Kraftwerksbau und vielen anderen
       Bereichen verwendet. Zunehmend werden diese Stähle auch bei hochwertigen Bauobjekten als Funktions- oder auch Designelemente eingesetzt.
       Je nach Einsatzfall sollte der geeignetste Werkstoff aus der breiten Palette dieser Werkstoffgruppe ausgewählt werden.

       Nichtmagnetisierbarer Stahl
       Grundsätzlich bezeichnet man Stähle mit einer relativen magnetischen Permeabilität < 1,01 als nichtmagnetisch. Es sind austenitische Stähle mit sta-
       bilem Austenit-Gefüge (z.B. X 40 Mn Cr 18 / Werkstoff-Nr.: 1.3817). Man verwendet sie dort, wo bei höheren Festigkeitsanforderungen den mag-
       netischen Kraftlinien elektrischer Maschinen kein Nebenschluss geboten werden soll (Induktorkappenringe), oder wo durch das Ummagnetisie-
       ren eine starke Erwärmung und große Energieverluste zu befürchten sind. Weiterhin werden diese Stähle auch in Montageautomaten für Kleinteile
       eingesetzt, wo der Magnetismus die Prozesse negativ beeinflußt (z.B. Bekugelungsanlagen für kleine Wälzlager oder auch Benadelungsautomaten f.
       Nadellager u. ä.).

       Hitzebeständiger Stahl / hitzebeständige Sonderlegierungen /
       Hochleistungslegierungen / Superlegierungen
       Diese Werkstoffe werden in thermisch und/oder chemisch stark belasteten Bereichen eingesetzt. Vielfach besitzen diese Werkstoffe eine sehr hohe
       Beständigkeit gegen aggressive, chemische Einflüsse. So gibt es mittlerweile Hersteller, die sich auf die Entwicklung solcher Hochleistungslegierungen
       spezialisiert haben und in enger Zusammenarbeit mit den Anwendern in den einzelnen Branchen Werkstoffe entwickeln, die den stetig wachsen-
       den Anforderungen entsprechen. Vielfach handelt es sich dabei auch um so genannte Nickel-Basis-Werkstoffe. Diese Werkstoffe sind vielfach auch
       unter ihrem Markennamen bekannt (z.B. INCONEL , INCOLOY , MONEL , CMSX-4  usw.) In folgenden Bereichen werden solche Werkstoffe
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       eingesetzt . Einsatzbeispiele : Rauchgasentschwefelungsanlagen, Industrieöfen, Kraftwerkstechnik, Flugzeugtriebwerke, Raketentriebwerke, Raumfahrt,
       Biotechnologie, Schiffbau, Offshore-Industrie, Petrochemie, Brennstoffzellentechnologie usw.
       Sonderstähle
       Sonderstähle sind unlegierte Qualitäts- und Edelstähle sowie legierte Edelstähle für besondere Verwendungszwecke. Diese Stähle haben zumeist
       besondere Eigenschaften und werden durch spezielle Herstellungsverfahren und/oder durch den Einsatz spezieller chemischer Bestandteile herge-
       stellt. Die höheren Werkstoffkosten amortisieren sich bei richtiger Anwendung umgehend durch geringere Prozesskosten. So lassen sich zum Bei-
       spiel durch den Einsatz des hochfesten und zerspanungsoptimierten Sonderstahls ETG, als mögliche Alternative zu Vergütungsstählen, erhebliche
       Kostenvorteile erzielen.

       Gusseisen mit Lamellengraphit (Grauguss GG)
       Der schwarze, weiche Graphit im hellen, ferritisch-perlitischen Grundgefüge lässt die Bruchfläche des Gusseisens grau erscheinen. Er bewirkt die
       guten Gleiteigenschaften, die leichte Zerspanbarkeit und die Fähigkeit, Schwingungen zu dämpfen. Die Druckfestigkeit des Grauguss ist etwa vier-
       mal so groß wie die Zugfestigkeit. Aus Grauguss werden Ständer, Gestelle und Schlitten für Werkzeugmaschinen, Getriebegehäuse, Motorblöcke,
       Zylinderköpfe, Bremsscheiben und viele andere Bauteile für den Maschinen- und Anlagenbau hergestellt.










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