Page 262 - Werkstoffwelt
P. 262
TECHNISCHE KUNSTSTOFFE Einleitung
|
TECHNISCHE KUNSTSTOFFE
Technische Kunststoffe und deren Modifikationen setzen sich in der Technik zunehmend als
Konstruktionswerkstoffe durch und ergänzen oder verdrängen dabei konventionelle Werkstoffe.
Auch im Maschinen- und Anlagenbau erkennen Konstrukteure zunehmend ihre Vorzüge und
wirtschaftliche Bedeutung. Die Werkstoffanwendung und Entwicklung ist einem ständigen
Wandel unterworfen. Viele Maschinenteile, die noch vor einem Jahrzehnt ausschließlich aus
Metall hergestellt wurden, bestehen heute aus technischen Kunststoffen.
Und dieser Wandel wird sich auch in Zukunft fortsetzen, vermutlich sogar noch schneller als
bisher. Dazu trägt nicht zuletzt die enorm gestiegene Anzahl der Kunststoffe mit ihren ver-
schiedensten Modifikationen und Eigenschaften und den daraus resultierenden Einsatzmöglich-
keiten bei.
Unter dem Sammelbegriff „Kunststoffe“ wird grundsätzlich in Thermoplaste,
Duroplaste und Elastomere unterschieden.
Die Thermoplaste wiederum werden nach ihrer
Dauergebrauchstemperatur unterteilt in:
■ ■Standardkunststoffe (bis ca. 90° C)
■ ■Technische Kunststoffe (bis ca. 140° C)
■ ■Hochleistungskunststoffe (über 140° C)
Durch den Zusatz von Additiven oder Stabilisatoren lassen sich einige Kunststoff eigenschaften
noch gezielt verbessern. Außergewöhnliches Leistungsvermögen kennzeichnet die Gruppe der
Hochleistungskunststoffe.
Diese zeichnen sich durch hohe Steifigkeit und Festigkeit auch bei hohen Temperaturen sowie
gute Dimensionsstabilität und Strahlenbeständigkeit aus. Damit ermög lichen sie den Einsatz in
Bereichen, die herkömmlichen Kunststoffen bisher verschlossen blieben.
Allgemein überzeugen technische Kunststoffe durch
■ ■gute Chemikalien- und Korrosionsbeständigkeit
■ ■niedriges spezifisches Gewicht
■ ■gutes Dämpfungsvermögen
■ ■gute Zerspanbarkeit
■ ■hohe Verschleißfestigkeit
■ ■gute Schwingungsdämpfung
■ ■Vielfalt durch Additive
■ ■gute Wiederverwertbarkeit
258 Werkstoffwelt

