Page 224 - Werkstoffwelt
P. 224
NE-METALLE Einleitung
|
NE-Metalle
Unter dem Sammelbegriff Nichteisenmetalle versteht man alle reinen Metalle und deren Legie-
rungen, bei denen Eisen nicht den größten Anteil besitzt.
Nach der Dichte kann man noch weiter in Leichtmetalle und Schwermetalle unterscheiden.
Leichtmetalle
Das für den Maschinenbau wichtigste Leichtmetall ist Aluminium. Es ist das dritthäufigste Element
überhaupt und das häufigste Metall in der Erdkruste. Der Anteil am Aufbau des Erdmantels
beträgt 8% (Eisen ca. 6%).
Es ist recht unedel und sehr reaktionsfreudig und tritt daher fast nur in chemisch gebundenem
Zustand auf. An Luft bildet sich schnell eine dünne schützende Oxidschicht, die es korrosions-
beständig macht.
Als reines Metall ist Aluminium relativ weich. Erst durch die Legierung mit anderen Metallen
nimmt die Festigkeit deutlich zu. Das ausgezeichnete Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht macht
Aluminium zu einem interessanten Konstruktions werkstoff für den Maschinenbau.
Gute Zerspanbarkeit und Korrosions beständigkeit in Verbindung mit den vielfältigen
Oberflächenbehand lungen e röffnen di esem Werkstoff za hlreiche Anwendungs möglich keiten.
Trotz eines sehr hohen Energiebedarfs bei der Primärerzeugung von Aluminium ergibt sich für
diesen Werkstoff in der Langzeitbetrachtung auch wegen der ausgezeichneten Wiederverwend-
barkeit eine positive Energiebilanz. Die Werkstoffqualitäten bleiben beim Recycling erhalten.
Neben Aluminium zählen auch Magnesium und Titan zu den Leichtmetallen.
Schwermetalle
Zu den wichtigsten Schwermetallen im Maschinenbau gehören Kupfer, Zinn und Zink und vor
allem deren Legierungen, wie z.B. Messing, Rotguss und Bronze.
Kupfer gehört zu den ältesten Metallen der Menschheitsgeschichte und wurde bereits
4800 v. Chr. von den Ägyptern verwendet. Auch heute noch ist Kupfer neben Aluminium das
wichtigste Nichteisenmetall. In seiner Reinform ist Kupfer relativ weich und gut verformbar.
Kupferlegierungen sind korrosionsbeständig und je nach Zusammensetzung auch sehr zug- und
verschleißfest. Messing z.B. wird häufig für Armaturen und fein mechanische Teile eingesetzt,
Rotguss hingegen für Teile, die gleitend beansprucht werden.
Die Recyclingrate aller NE-Metalle ist sehr hoch und liegt produktbezogen teilweise bei über
90%. Der besondere Vorteil sind die bleibenden Qualitätseigenschaften dieser Metalle.
220 Werkstoffwelt

